christian ditsch – blog


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Auf der Sea Watch-2 | 1.11.2016 | Teil 5 & Schluss

Jesus, Allah und 30 Stunden Achterbahn

Wir sind seit zwei Tagen zurück im Hafen von Valetta. Dreizehn Tage war die Crew 13 auf See. Passt. Die ersten von uns sind schon wieder weitergereist – Urlaub in Peru, nach Hause oder Job in Bhutan.
Die knapp zweitägige Rückfahrt hat uns noch einmal alles abverlangt. 30 Stunden Sturm mit Windstärke 8 und ca. 5m hohen Wellen. Das war wie Achterbahn fahren, nur ohne Eintritt zu zahlen und nach 10 Minuten ist die Fahrt nicht vorbei.
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Auf der Sea Watch-2 | 24.10.2016 | Teil 4

Politische Manöver und Desinfektion

 

Der tragische Verlauf unseres Einsatz am Freitagmorgen mit ca. 30 Toten hat in Deutschland anscheinend ziemliche Wellen geschlagen. Das konnte natürlich nicht ohne Reaktion durch politische Stellen bleiben. Gestern wurde ein“Erfolgsmeldung“ der Marine gedruckt, in der behauptet wird das Kriegsschiff „Werra“ hätte über 800 Menschen gerettet. Liest sich ja ganz nett, aber entspricht das der Wahrheit? In der Regel nicht. Das Militär hier im Mittelmeer rettet keine Menschen. Die Kriegsschiffe umkreisen tatenlos folgende Szenenerie: Dutzende Schlauchboote mit Menschen in Seenot werden von Hilfsorganisationen wie Sea Watch, Jugend rettet, MSF, MOAS, … mit Schwimmwesten versorgt und aus ihren lebensgefährlichen Booten abgeborgen. Weiterlesen


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Auf der Sea Watch-2 | 22.10.2016 | Teil 3

Hilflos und das gute Ende

Wie soll man über solch einen Tag wie gestern schreiben? Ich kann nicht wirklich in Worte fassen wie es ist, wenn man hilflos zusehen muss, wie Leute ertrinken weil der Wind Schwimmwesten die über Bord geworfen werden nicht weit genug fliegen lässt. Im Dunklen herrscht Panik im Wasser rund um das Schiff. Das Schlauchboot sinkt und wir durften keine Schwimmwesten verteilen. Die libysche Küstenwache wusste sehr genau was das wird, als sie prügelnd versuchten vom Schlauchboot der Geflüchteten den Aussenbordmotor zu klauen. Höhnisch grinsende Männer auf Deck, einer mit Maschinengewehr. Die Flüchtlinge werden nicht mal behandelt wie Dreck, den behandeln die Typen von der Coast Guard wahrscheinlich noch mit Respekt. Weiterlesen

Sea Watch-2. Die Crew übt auf dem Weg in das Einsatzgebiet mit den Rettungsbooten (Tendern oder auch RIBs). 17.10.2016, Mediterranean Sea


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Auf der Sea Watch-2 | 17.10.2016 | Teil 2

Pink Floyd, ein Putsch und „Mann über Bord“ üben

Vomex-Kaugummis gegen Seekrankheit haben einen angenehmen Nebeneffekt, sie machen müde. Abends ist das ganz angenehm. Doof nur, dass sich mein Magen für den Wirkstoff gegen Übelkeit nicht interessiert hat. Naja, zumindest war ich am nächsten Morgen zu meiner ersten Wache auf der Brücke wieder halbwegs fit. Im ersten Sonnenschein hat eine der Ärztinnen Pink Floyd über die Anlage laufen lassen. Mit „Shine on you crazy diamond“ und 7 Knoten Richtung libysche Küste.

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Auf der Sea Watch-2 | 16.10.2016 | Teil 1

Neugierig auf das was da kommt

Zwei Tage Briefings und Vorbereitungen an Land für die 13. Mission der Sea Watch-2 sind vorbei. Es ist die letzte Nacht im Hafen von Valetta auf Malta.
Wir sind 16 Menschen an Bord und werden die kommenden zwei Wochen alles versuchen um Menschen zu retten. Menschen, die ohne unsere Hilfe keine Chance haben werden ein neues und hoffentlich besseres Leben zu beginnen.
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Die AfD & journalistischer Unfug – Hauptsache Schlagzeilen?

Kurz vorweg,

ich nutze diesen Blog in der Regel nur für Berichte und erlebtes von meinen Reisen. Nur, der (in meinen Augen) mediale und journalistische Unfug der zum Thema AfD grassiert, lassen mich mal eine Ausnahme machen.

Liebe medialen Kolleg*innen,

so langsam finde ich den Unfug den ihr mit der AfD veranstaltet und die gespielte Aufregung auf Äusserungen nur noch albern. „AfD-Vize beleidigt Boateng“, „Rassistische Äusserung von AfD-Vize“, uswuswusw.
Ja was erwartet ihr eigentlich wenn ihr Menschen wie Gauland, Storch, Petry, Bachmann, Höcke ein Mikrofon oder eine TV-Kamera vor die Nase haltet? Wohlformulierte Gedichte und blumige Prosa über das friedliche Zusammenleben von Menschen? Weiterlesen


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Symbolbilder

Es ist einer dieser Montage. Man lungert vor dem Haupbahnhof rum, es ist kalt, es regnet und die 150 Vollpfosten von Bärgida lassen auf sich warten. Was macht man aus Langeweile? Symbolbilder. Im Bahnhof stehen dekorativ aufgereiht vier Beamte der Bundespolizei und warten auf die Gegendemonstranten. Durch die Scheibe ein Foto gemacht mit. Schön mit DB-Symbol, Kamera und Polizei.
Drei Tage später bringt der Kölner Stadtanzeiger das Bild zur Illustration einer Razzia gegen einen „internationalen Schleuserring“. Aua! Das tut weh, wie da Leserinnen und Lesern zur reisserischen Überschrift ein Foto als Hingucker präsentiert wird. Na immerhin steht „Archivbild vom 26.1.2015“ daneben. Macht es aber irgendwie nicht besser.

Bildschirmfoto 2015-02-01 um 20.25.14

http://www.ksta.de/panorama/medienbericht-ueber-razzia-bundespolizei-zerschlaegt-offenbar-internationalen-schleuserring,15189504,29691546.html